Ich habe systematisch ausgewertet, wer in Deutschland bei Google für Lohnfertigungs-Dienstleistungen wirbt. 13 Produktbereiche. 67 Suchbegriffe. 54.199 Messungen aus echten Google-Suchen über mehrere Wochen. Das Ergebnis ist kein Bauchgefühl-Bericht – es ist eine Bestandsaufnahme aus echten Auktionsdaten.
Das Überraschende: Die 13 analysierten Märkte sehen völlig unterschiedlich aus. In Druckguss dominiert ein einziger Mittelständler mit fast 60% aller Werbepräsenz – klar vor allen überregionalen Plattformen. In Laserschneiden ist das Bild spiegelverkehrt: die Top 5 sind ausnahmslos Plattformen, kein klassischer Fertiger in Sichtweite. Und in Kunststofffräsen gibt es 590 Suchanfragen pro Monat bei 3,21 Euro pro Klick – und kaum jemand schaltet ernsthaft Werbung.
Dieser Übersichtsartikel fasst zusammen, was alle Märkte gemeinsam haben und was sie unterscheidet. Zu jedem der 13 Bereiche gibt es einen eigenen Detailreport – verlinkt in den Kacheln weiter unten.
Was ich über Google Ads in der Lohnfertigung ausgewertet habe – und wie
Wenn Sie bei Google nach einem Lohnfertigungs-Dienstleister suchen, erscheinen manchmal oben auf der Seite – noch vor den normalen Suchergebnissen – Einträge mit dem kleinen Hinweis "Gesponsert". Das sind bezahlte Werbeanzeigen. Unternehmen zahlen Google dafür, bei bestimmten Suchbegriffen sichtbar zu sein. Sie zahlen pro Klick: Wer auf die Anzeige klickt, kostet Geld. Wer nicht klickt, kostet nichts.
Ich betreibe ein Werkzeug, das genau diese Situation regelmäßig beobachtet. Es führt systematisch Google-Suchen durch – für Suchbegriffe aus der Lohnfertigung, in Deutschland – und speichert dabei: Welche Unternehmen sind gerade sichtbar? Wie häufig tauchen sie auf? Auf welcher Position? Auf welchem Gerät (Mobiltelefon oder Computer)? Zu welcher Tageszeit?
Das passiert über mehrere Wochen hinweg. 54.199 solcher Messungen sind dabei zusammengekommen, verteilt auf 67 Suchbegriffe aus 13 Produktbereichen der Lohnfertigung.
Das sind keine Schätzungen. Das sind Beobachtungen aus dem echten Google-Betrieb.
"Wer regelmäßig bei Google wirbt, hinterlässt Spuren. Diese Spuren habe ich ausgewertet."
Sie bekommen in diesem Artikel keine Theorie darüber, wie Google Ads funktionieren könnte. Sie bekommen eine Bestandsaufnahme davon, wie der Markt in Ihrem Bereich tatsächlich aufgestellt ist – mit konkreten Namen, Zahlen und Lücken.
Was ich erwartet hatte – und was ich stattdessen fand
Meine Erwartung vor dieser Analyse war ein halbwegs homogener Markt. B2B-Lohnfertigung bei Google – das läuft doch überall ähnlich. Ein paar große Anbieter, ein paar kleinere Mitspieler, mal mehr, mal weniger Wettbewerb je nach Produktbereich.
Was ich stattdessen fand: 13 Produktbereiche mit 13 vollständig verschiedenen Charakteren.
In Druckguss dominiert kalmbach.de mit 57 von 100 Suchanfragen – ein Wert, den sonst fast nur große überregionale Plattformen erreichen. Im Bereich Laserschneiden ist das Bild gespiegelt: Alle fünf meistgesehenen Werbetreibenden sind Plattformen. Kein einziger klassischer Fertiger unter den Top 5. In Baugruppenmontage gibt es zwar 17 Werbetreibende im Datensatz – aber ein erheblicher Teil davon wirbt für etwas, das mit Baugruppenmontage wenig zu tun hat. In Lohnschweißen ist das Gesamtsuchvolumen so gering, dass eine eigenständige Kampagne kaum rentabel wird.
Das Überraschende ist nicht die Unterschiedlichkeit. Das Überraschende ist dieses: In fast jedem dieser 13 Märkte gibt es Lücken. Nicht trotz des Wettbewerbs – sondern wegen seiner Struktur.
Wer pauschal "Google Ads für Lohnfertigung" macht, trifft in jeder Nische eine andere Ausgangssituation.
Es gibt keine pauschale Antwort auf die Frage, ob Google Werbung in der Lohnfertigung sinnvoll ist. Diese Frage beginnt immer mit: In welchem Produktbereich? Mit welchem Verfahren? Wie ist der Markt dort gerade aufgestellt? Erst dann lässt sich etwas Konkretes sagen.
Die wichtigsten Befunde im Überblick
Der Markt ist alles andere als homogen
13 Bereiche, 13 verschiedene Situationen. Ein paar Beispiele aus den Extremen:
Druckguss – Mittelständler unter sich. Die großen überregionalen Plattformen spielen hier kaum eine Rolle. kalmbach.de ist bei 57 von 100 Suchanfragen sichtbar. Ebert-RT bei 39 von 100, polmont bei 36 von 100. Klassische Fertiger unter sich – und einer davon dominiert klar. Das ist in der gesamten Analyse die Ausnahme, nicht die Regel.
Laserschneiden – Plattform-Territorium. 247TailorSteel ist bei 44 von 100 Suchanfragen sichtbar, Blexon bei 22 von 100, Assemblean bei 11 von 100. Kein einziger klassischer Lohnfertiger taucht unter den Top 5 auf. Der Markt ist nicht "besetzt" – er ist strukturell anders aufgebaut als andere Nischen.
Fräsen – das größte Suchvolumen aller analysierten Bereiche (3.900 Suchanfragen pro Monat), härtester Plattform-Wettbewerb und gleichzeitig: der obere Anzeigenblock – die Position direkt vor den normalen Suchergebnissen – ist überraschend unterbesetzt.
Lohnschweißen – ein Sonderfall. Rund 160 Suchanfragen pro Monat. Das ist zu wenig für eine eigenständige Kampagne. Bei 3–5% Anfragekonversion entstehen maximal 5–8 Anfragen pro Monat. Sinnvoll als Ergänzungsterm in einer breiteren Kampagne – nicht als eigenständiger Kanal.
Stanzen und Blechumformen – extreme Preisspreizung innerhalb desselben Themenfelds. "Stanzteile" kostet 28 Euro pro Klick – der teuerste einzelne Suchbegriff im gesamten Datensatz. "Blechumformung" kostet 3,71 Euro pro Klick. Beide Begriffe beschreiben verwandte Verfahren. Der Preisunterschied zeigt, wie unterschiedlich die Wettbewerbssituation bei oberflächlich ähnlichen Begriffen sein kann.
Bevor Sie auch nur einen Euro in Google-Werbung investieren, lohnt es sich zu verstehen, wie Ihr konkreter Produktbereich aufgestellt ist. Die Zahl der Wettbewerber sagt wenig. Entscheidend ist: Wer sind die Player? Wo schalten sie? Wie oft? Mit welcher Botschaft? Und wo sind die Stellen, an denen niemand steht?
Plattformen dominieren – aber nicht überall und nicht gegeneinander
Betrachtet man alle 13 Bereiche zusammen, sind die vier sichtbarsten Werbetreibenden im Gesamtdatensatz ausnahmslos Plattformen.
Zum Verständnis: Eine Plattform ist ein Unternehmen, das nicht selbst fertigt, sondern Fertigungsaufträge vermittelt. Kunden, die Teile brauchen, geben Anfragen auf der Plattform auf. Die Plattform leitet diese Aufträge an angebundene Hersteller weiter. Das Geschäftsmodell lebt von Volumen – und das erklärt, warum diese Unternehmen bei Google systematisch breiter aufgestellt sind als einzelne spezialisierte Fertiger.
facturee.de ist bei 14 von 100 Suchanfragen sichtbar. hubs.com bei 19 von 100. Xometry bei 9 von 100. 247TailorSteel bei 10 von 100. Der erste klassische Fertigungsbetrieb in der Gesamttabelle – dihse.de – erscheint auf Platz 5, bei 3 von 100 Suchanfragen.
Was die Daten aber auch zeigen: Die Plattformen konkurrieren nicht alle gegen alle. Sie operieren in verschiedenen Sphären.
Sphäre 1: CNC-Bearbeitung. hubs.com und facturee.de teilen sich diesen Markt. Xometry ist ebenfalls präsent, aber mit deutlich geringerer Häufigkeit. Die zentralen Suchbegriffe drehen sich um CNC-Teile, Drehteile und Frästeile, die online bestellt werden können.
Sphäre 2: Laser und Blech. 247TailorSteel dominiert dieses Segment fast ohne direkte Plattform-Konkurrenz. hubs.com und facturee.de spielen im Laser- und Blechbereich kaum eine Rolle. Das sind de facto zwei getrennte Märkte. 247TailorSteel und hubs.com stehen selten in direktem Wettbewerb.
Sphäre 3: Nischen. Assemblean ist in Laserschneiden und Spritzgießen präsent, nirgends jedoch dominant.
Eine Besonderheit bei Xometry: Alle anderen Plattformen sind typischerweise unten auf der Suchergebnisseite zu finden – in dem Anzeigenblock, der nach den normalen Suchergebnissen erscheint, wo deutlich weniger Nutzer noch hinschauen. Xometry hingegen taucht deutlich häufiger oben auf – vor den normalen Ergebnissen, in der klickstärksten Position: 61 von 100 Suchen in der oberen Position, gegenüber 33–44 von 100 bei den anderen Plattformen. Das ist eine bewusste Investitionsentscheidung – mehr Kosten pro Klick für mehr Sichtbarkeit.
In manchen Nischen schlagen Mittelständler die Plattformen trotzdem. Druckguss ist das deutlichste Beispiel. Auch Spritzgießen und Baugruppenmontage zeigen: Wo das Verfahren komplex, physisch und beratungsintensiv ist, haben klassische Fertiger strukturelle Vorteile. Die Plattform-Logik – standardisierbar, online bestellbar, schnell lieferbar – greift dort schlechter.
In spezifischen Nischen haben klassische Mittelständler noch die Nase vorn – dort, wo das Verfahren nicht einfach standardisiert und online abgewickelt werden kann.
Das Plattform-Dominanz-Bild, das auf den ersten Blick entsteht, ist differenzierter als es wirkt. Wer in Druckguss, Spritzgießen oder Baugruppenmontage tätig ist, hat eine fundamental andere Ausgangslage als wer Drehteile oder Laserschneiden anbietet. Es lohnt sich, die eigene Nische separat zu betrachten – und nicht das Gesamtbild als unveränderliche Realität zu akzeptieren.
Wie Google-Werbung in dieser Branche typischerweise aufgestellt ist
Ein Muster wiederholt sich über fast alle 13 Bereiche hinweg: Ein erheblicher Teil der Werbetreibenden schaltet breite Suchbegriffe ohne klare thematische Ausrichtung. Mehrere Unternehmen tauchen in Märkten auf, die für sie inhaltlich kaum relevant sind – Jobportale die bei "Drehteile" auftauchen, Schweizer Anbieter mit deutschem Targeting, Unternehmen die bei einem Suchbegriff werben, obwohl ihr Angebot nicht dazu passt.
Das ist keine Frage der Absicht. Es ist ein strukturelles Ergebnis davon, wie Google Ads-Kampagnen häufig konfiguriert werden, wenn die Keyword-Auswahl nicht eng mit dem eigentlichen Leistungsangebot abgestimmt ist.
Der Desktop-Mobile-Unterschied:
Im B2B-Bereich treffen Einkäufer, Geschäftsführer und Konstrukteure ihre Beschaffungsentscheidungen typischerweise am Computer – während der Bürozeiten, zwischen 8 und 17 Uhr. Wer einen Fertigungsauftrag anfragen will, tut das nicht vom Handy aus, zwischen zwei Terminen.
Die Daten der Plattformen bestätigen das in aller Deutlichkeit. hubs.com und facturee.de spielen 87–100% ihrer Werbung auf Computern aus. 247TailorSteel liegt bei 77–94% Computer-Anteil. Die Plattformen schalten fast ausschließlich dort, wo Entscheider sitzen.
Bei klassischen Fertigern sieht das Bild in vielen Märkten anders aus. Viele zeigen einen überproportional hohen Anteil an Handy-Werbung – teils nahezu alle Anzeigen auf mobilen Geräten. Das entsteht oft nicht durch eine aktive Entscheidung, mobil zu schalten. Es entsteht dadurch, dass Google Ads standardmäßig auf alle Geräte ausspielt, wenn man nichts anderes einstellt.
Das Ergebnis: Wer hauptsächlich mobil ausspielt, ist dort sichtbar, wo Suchanfragen zufällig entstehen – aber nicht unbedingt dort, wo Kaufentscheidungen getroffen werden.
Die Seite hinter der Anzeige:
Wenn jemand auf eine Werbeanzeige klickt, landet er auf einer Seite. Diese Seite – die man im Fachjargon "Landingpage" nennt – ist buchstäblich der erste Eindruck des Unternehmens, nachdem Interesse gezeigt wurde.
In nahezu jedem der 13 analysierten Bereiche ist das die schwächste Stelle im Aufbau klassischer Fertiger. Die Anzeige bewirbt ein konkretes Verfahren – und der Klick führt auf eine allgemeine Unternehmensseite, die alle Leistungen aufzählt. Der Interessent muss selbst herausfinden, ob und in welchem Umfang das gesuchte Verfahren angeboten wird. Viele tun das nicht. Sie verlassen die Seite.
Ein konkretes Beispiel aus den Daten: Kinkele ist der sichtbarste Werbetreibende im Bereich Baugruppenmontage, mit 31 von 100 Suchanfragen. Das Unternehmen hat keine dedizierte Seite für genau dieses Verfahren. Der Klick führt auf eine allgemeine Unternehmensdarstellung.
Das Budget, das in einen Klick geflossen ist, hat seinen Zweck nicht erfüllt – nicht weil die Anzeige schlecht war, sondern weil das Ziel unzureichend vorbereitet war.
Der häufigste Ansatzpunkt für Verbesserung liegt nicht in der Anzeige. Er liegt auf der Seite dahinter. Eine Seite, die erklärt was Sie machen, für wen Sie es machen, wie das Verfahren bei Ihnen abläuft – und die den nächsten Schritt klar macht – ist wirksamer als jede Anzeigenoptimierung, solange die Seite dahinter generisch bleibt.
Der Markt ist offen – auch für neue Player
Kein einziger der 13 analysierten Märkte ist so gesättigt, dass ein strukturierter Einstieg aussichtslos wäre.
Das ist keine Einschätzung auf Basis von Bauchgefühl. In jedem der 13 Märkte gibt es Suchbegriffe, bei denen der obere Anzeigenblock – die Position direkt vor den normalen Suchergebnissen – regelmäßig nicht vollständig belegt ist. In jedem Markt gibt es Werbetreibende, die zwar sichtbar sind, aber inhaltlich falsch positioniert.
Was "offen" bedeutet: nicht "einfach". Nicht "ohne Investition". Aber: Wer die Grundlagen richtig umsetzt, findet Raum.
Diese Grundlagen sind in allen 13 Bereichen dieselben:
- Eine eigene Seite pro Verfahren. Keine Sammelseite für alle Leistungen, sondern eine Seite, die ausschließlich dieses eine Verfahren erklärt – für wen es geeignet ist, welche Anforderungen bedient werden, und wie eine Anfrage gestellt wird.
- Kampagnenstruktur, die zum Verfahren passt. Nicht ein breites Keyword-Set für alles gleichzeitig, sondern eine Auswahl von Suchbegriffen, die tatsächlich zu Ihrem konkreten Angebot passen.
- Computer-Fokus, Bürozeiten. Werbung dort ausspielen, wo Entscheider im B2B-Bereich aktiv sind.
- Realistisches Budget. Zwischen 800 und 2.000 Euro pro Monat, je nach Wettbewerbsintensität der Nische. Deutlich weniger führt zu einem Setup, das zu dünn besetzt ist, um in einem Zeitraum von 3–6 Monaten messbare Ergebnisse zu erzielen.
"Offen" ist kein Versprechen. Es ist eine Bestandsaufnahme. Die Lücken sind vorhanden. Ob Sie sie nutzen, hängt davon ab, ob Sie die Grundlagen sauber umsetzen – und ob Sie bereit sind, das nötige Budget dafür einzuplanen.
Was ein Klick kostet
Die Preisspreizung über alle 13 Bereiche ist erheblich.
Am unteren Ende: Lohnschweißen und Lohnfertigung allgemein, mit Klickpreisen von 2,83 bis 7 Euro. Das bedeutet: Für jeden Nutzer, der auf Ihre Anzeige klickt und auf Ihrer Seite landet, zahlen Sie Google zwischen 2,83 und 7 Euro. Am oberen Ende: Spezifische Drehteile-Begriffe bei bis zu 43 Euro pro Klick. Das teuerste einzelne Keyword im gesamten Datensatz – "stanzteile" – liegt bei 28 Euro.
Der Durchschnitt über die relevantesten Märkte liegt zwischen 5 und 13 Euro pro Klick.
Was daraus folgt: Wenn 3–5 von 100 Besuchern der Seite tatsächlich eine Anfrage stellen – was eine realistische Schätzung für gut aufgebaute Seiten ist – kostet eine qualifizierte Anfrage zwischen 90 und 800 Euro. Je nach Nische, Seitenqualität und Kampagnenstruktur.
Das ist kein Schnäppchen. Im B2B-Kontext, wo ein Auftrag regelmäßig zwischen 50.000 und 500.000 Euro wert ist, ist es eine andere Rechnung als im Endkundengeschäft.
Ob sich Google-Werbung lohnt, hängt nicht vom Klickpreis ab. Es hängt davon ab, was eine Anfrage wert ist – und wie viele Besucher der Seite tatsächlich anfragen.
Wer die Rentabilität von Google-Werbung einschätzen will, braucht zwei Zahlen: den durchschnittlichen Wert eines Neukunden über die Vertragslaufzeit und eine realistische Schätzung, wie viel Prozent der Seitenbesucher tatsächlich anfragen. Mit diesen zwei Zahlen lässt sich berechnen, welcher Klickpreis noch profitabel ist.
Das Werbetreibenden-Universum
Wer in Deutschland Google-Werbung für Lohnfertigungs-Dienstleistungen schaltet, lässt sich aus den Daten sehr konkret beschreiben.
Über 50 Unternehmen sind in den 13 analysierten Bereichen mit Werbeanzeigen aktiv. Einige davon – die großen Plattformen – sind in mehreren Bereichen gleichzeitig präsent. Die meisten – klassische Fertiger – sind in genau einer Nische aktiv.
Das Bild, das dabei entsteht: Die Plattformen bilden die Mitte des Netzwerks – stark vernetzt, weil sie in mehreren Nischen gleichzeitig präsent sind. Die klassischen Fertiger sind Satelliten an den Rändern – jeder in seiner Nische, kaum übergreifend aktiv.
Die drei Plattform-Sphären – die CNC-Sphäre rund um hubs.com und facturee.de, die Laser-Sphäre rund um 247TailorSteel, und die Rand-Präsenz von Assemblean in Spritzgießen – sind im Netzwerk klar erkennbar. Druckguss und Baugruppenmontage erscheinen als "plattformfreie Zonen": dort findet sich kein einziger der großen überregionalen Vermittler unter den regulären Top-Platzierungen.
Das Netzwerk-Bild beantwortet eine praktische Frage: Gegen wen werben Sie, wenn Sie in Ihrer Nische eine Anzeige schalten? Und: Wer steht dort noch nicht – obwohl die Nachfrage vorhanden ist?
Die 13 Lohnfertigungs-Nischen im Überblick
Für jede der 13 analysierten Nischen gibt es einen vollständigen Einzelreport mit konkreten Zahlen, Wettbewerberanalyse und Einstiegseinschätzung. Hier die Kurzdarstellung:
Baugruppenmontage
Einschätzung: Eher leicht
810 Suchanfragen pro Monat. Klickpreise zwischen 8,67 und 11 Euro. 17 Werbetreibende im Datensatz – aber ein erheblicher Teil davon ist thematisch falsch positioniert: Personaldienstleister, Unternehmen aus anderen Branchen, Anbieter die bei diesem Suchbegriff inhaltlich nichts zu suchen haben. Der sichtbarste Werbetreibende, Kinkele mit 31 von 100 Suchanfragen, hat keine dedizierte Seite für Baugruppenmontage. Die tatsächlichen Lücken sind größer als die Teilnehmerzahl vermuten lässt.
Zum Marktreport Baugruppenmontage 2026
Drehteile
Einschätzung: Schwer
780 Suchanfragen pro Monat. Klickpreise zwischen 8,85 und 43 Euro. hubs.com ist bei 41 von 100 Suchanfragen sichtbar – ein Wert, der auf eine sehr konsequente Strategie hindeutet. Die strukturelle Besonderheit dieses Marktes: Plattformen spielen 87–100% ihrer Werbung auf Computern aus. Klassische Fertiger zeigen das gegenteilige Muster. Das führt dazu, dass beide Gruppen nicht wirklich um dieselbe Zielgruppe konkurrieren – sondern an verschiedenen Stellen des Entscheidungsprozesses sichtbar sind.
Zum Marktreport Drehteile 2026
Druckguss
Einschätzung: Eher leicht bis mittel
1.930 Suchanfragen pro Monat. Klickpreise zwischen 7,77 und 13 Euro. kalmbach.de dominiert mit 57 von 100 Suchanfragen – ein ungewöhnlich hoher Wert für einen klassischen Fertiger. Die großen überregionalen Plattformen (facturee.de, Xometry) tauchen im unteren Mittelfeld auf, typischerweise in der weniger sichtbaren unteren Position. Einer der wenigen Märkte im Datensatz, in dem klassische Mittelständler den Plattformen klar überlegen sind.
Zum Marktreport Druckguss 2026
CNC-Fräsen
Einschätzung: Mittel
3.900 Suchanfragen pro Monat – das größte Volumen aller analysierten Nischen. Klickpreise zwischen 6 und 35 Euro. hubs.com ist bei 39 von 100 Suchanfragen sichtbar, aber typischerweise in der unteren Position auf der Seite – in dem Block, der nach den normalen Suchergebnissen erscheint. Der obere Block, die sichtbarere Position, ist trotz des hohen Volumens überraschend wenig belegt.
Laserschneiden
Einschätzung: Schwer
3.540 Suchanfragen pro Monat. Klickpreise zwischen 2,83 und 13 Euro. Alle fünf meistgesehenen Werbetreibenden sind Plattformen. Kein einziger klassischer Fertiger unter den Top 5. 247TailorSteel ist bei 44 von 100 Suchanfragen sichtbar und spielt praktisch ausschließlich auf Computern aus (77–94%). Klassische Fertiger haben im Vergleich dazu nahezu keinen Computer-Anteil – sie schalten faktisch in einem anderen Kanal als dem, in dem Beschaffungsentscheidungen fallen.
Zum Marktreport Laserschneiden 2026
Lohnfertigung allgemein
Einschätzung: Eher leicht (für Unternehmen mit breitem Fertigungsspektrum)
1.400 Suchanfragen pro Monat. Klickpreise zwischen 2,83 und 7 Euro – die günstigsten im gesamten Datensatz. Drei ernst zu nehmende Player: Synermont (42 von 100), LASCO (35 von 100), facturee.de (21 von 100). Der Begriff ist für spezialisierte Fertiger inhaltlich zu unspezifisch – er eignet sich vor allem für Unternehmen, die tatsächlich ein breites Fertigungsspektrum anbieten.
Zum Marktreport Lohnfertigung 2026
Lohnschweißen
Einschätzung: Schwer als eigenständige Kampagne
160 Suchanfragen pro Monat. Klickpreise zwischen 4,83 und 6 Euro. Bei dieser Suchvolumen-Größenordnung entstehen maximal 5–8 Anfragen pro Monat – zu wenig, um eine eigenständige Kampagne wirtschaftlich zu rechtfertigen. Das Problem ist nicht die Wettbewerbsdichte. Das Problem ist das Gesamtvolumen. Sinnvoll als ergänzender Begriff in einer breiteren Lohnfertigungs-Kampagne.
Zum Marktreport Lohnschweißen 2026
Spritzgießen
Einschätzung: Mittel bis eher leicht
2.310 Suchanfragen pro Monat. Klickpreise zwischen 4,54 und 10 Euro. Der sichtbarste Werbetreibende – dihse.de mit 40 von 100 Suchanfragen – zeigt ein ungewöhnliches Muster: 92% der Sichtbarkeit auf Mobiltelefonen. Das ist ein außergewöhnlich hoher Wert für einen B2B-Markt. Gleichzeitig ist der obere Anzeigenblock trotz Klickpreisen von bis zu 10 Euro strukturell unterbesetzt – eine der auffälligsten Lücken im gesamten Datensatz. Klassische Mittelständler dominieren, Plattformen spielen eine marginale Rolle (Assemblean: 8 von 100).
Zum Marktreport Spritzgießen 2026
Alufräsen
Einschätzung: Eher leicht
720 Suchanfragen pro Monat für die relevanten Begriffe ("cnc fräsen aluminium", "cnc alu fräsen" u. a.). Klickpreise zwischen 2,84 und 4,98 Euro für die Hauptbegriffe – niedrig, was auf wenig ernsthaften Wettbewerb hindeutet. Eine eigenständige Nische innerhalb des Fräsen-Felds mit günstigem Einstiegspunkt für spezialisierte Alu-Fräser.
Zum Marktreport Alu-Fräsen 2026
Edelstahlfräsen
Einschätzung: Eher leicht
310 Suchanfragen pro Monat. Klickpreis für den Hauptbegriff "edelstahl fräsen": 2,33 Euro – einer der niedrigsten Werte im gesamten Datensatz. Bei 260 monatlichen Suchanfragen und 2,33 Euro pro Klick ist dieser Markt nahezu unbesetzt. Für spezialisierte Edelstahl-Fräser eine auffällig unterbesetzte Nische.
Zum Marktreport Edelstahl-Fräsen 2026
Kunststofffräsen
1.000 Suchanfragen pro Monat über die relevanten Begriffe ("kunststoff fräsen", "kunststoff cnc fräsen", "kunststoffteile fräsen"). Klickpreise zwischen 2,67 und 6,46 Euro. "Kunststoff fräsen" allein: 590 Suchanfragen bei 3,21 Euro pro Klick. Eine der günstigsten Gelegenheiten im gesamten Datensatz – substanzielles Suchvolumen, kaum ernsthafter Wettbewerb.
Zum Marktreport Kunststoff-Fräsen 2026
Pulverbeschichten
1.690 Suchanfragen pro Monat, verteilt auf Material-Varianten (Aluminium, Edelstahl, Stahl, Kunststoff, Sandstrahlen+Pulverbeschichten). Klickpreise zwischen 2,30 und 3,08 Euro – sehr niedrig. Niedrige Klickpreise entstehen oft dort, wo ein erheblicher Anteil der Suchen von Privatpersonen kommt – die beispielsweise Fahrradfelgen oder Gartenmöbel beschichten lassen wollen. Wie hoch der tatsächliche B2B-Anteil in diesem Markt ist, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht abschließend bestimmen.
Zum Marktreport Pulverbeschichten 2026
Stanzen und Blechumformen
1.440 Suchanfragen pro Monat, verteilt auf Begriffe mit sehr unterschiedlicher Wettbewerbsintensität. Die Preisspreizung ist extrem: "stanzteile" bei 28 Euro pro Klick (der teuerste einzelne Begriff im gesamten Datensatz), "blechumformung" bei 3,71 Euro, "cnc blechbearbeitung" bei 4,13 Euro. "Stanzteile" bei 28 Euro ist ein klares Signal für harten B2B-Wettbewerb in diesem Teilsegment. In den übrigen Begriffen des Felds ist die Situation deutlich entspannter.
Zum Marktreport Stanzen und Blechumformen 2026
Was alle Märkte gemeinsam haben
Über alle 13 Nischen hinweg zeigen sich vier Muster, die sich konsequent wiederholen.
Entscheider im B2B sitzen am Computer
B2B-Einkäufer, Konstrukteure und Geschäftsführer recherchieren Fertigungsdienstleister typischerweise am Computer – während der Bürostunden zwischen 8 und 17 Uhr. Das ist der Kontext, in dem solche Beschaffungsentscheidungen fallen.
Die Daten der Plattformen bestätigen das klar: hubs.com, facturee.de und 247TailorSteel spielen 77–100% ihrer Anzeigen auf Computern aus. Sie schalten nicht hauptsächlich auf Mobiltelefonen.
Bei klassischen Fertigern ist das Bild in vielen Märkten gegenläufig. Das ist nicht zwingend eine bewusste Strategieentscheidung. Google Ads spielt standardmäßig auf alle Geräte aus, wenn man nichts anderes konfiguriert. Die Computer-Fokussierung der Plattformen ist eine aktive Konfigurationsentscheidung, die dem B2B-Kontext entspricht. Die hohe Mobile-Präsenz vieler klassischer Fertiger ist oft das Ergebnis einer Standardeinstellung, die nie angepasst wurde.
Computer-Aussteuerung und Fokus auf Bürozeiten sind im B2B-Bereich keine Optimierungsmaßnahme. Sie sind Grundausstattung.
Wer als Lohnfertiger Google-Werbung schaltet, sollte sicherstellen, dass die Anzeigen primär auf Computern und in den Bürostunden ausgespielt werden. Nicht als fortgeschrittene Maßnahme – sondern als Ausgangspunkt.
Die Seite hinter der Anzeige ist das schwächste Glied
In nahezu jedem der 13 Märkte ist der häufigste beobachtbare Schwachpunkt nicht die Anzeige selbst. Es ist die Seite, auf die der Klick führt.
Eine allgemeine Unternehmensseite, die alle Leistungen aufzählt, erfüllt einen anderen Zweck als eine Seite, die ausschließlich ein konkretes Verfahren erklärt. Wer auf eine Anzeige für Baugruppenmontage klickt, will keine Unternehmensgeschichte. Er will wissen: Könnt ihr das? In welchem Umfang? Was brauche ich, um eine Anfrage zu stellen?
Eine Seite, die genau das beantwortet, führt zu Anfragen. Eine Seite, die alles auf einmal zeigt, lässt den Besucher orientierungslos zurück – und er verlässt die Seite, ohne etwas zu tun.
Keine Kampagnenoptimierung der Welt kompensiert eine Zielseite, die das Interesse nicht auffängt. Der höchste Hebel liegt fast immer hinter der Anzeige – nicht in ihr.
Die Sprache der Plattformen dominiert – und lässt Raum für andere
Die sechs am häufigsten auftauchenden Überschriften in Werbeanzeigen über alle 67 analysierten Suchbegriffe stammen ausnahmslos aus der Plattform-Kommunikation: "Online-Fertigung für Frästeile", "Günstig, Pünktlich, Richtig", "Ab 1 Stück bestellen", "Blitzschnelle CNC-Lieferung", "Xometry Europe", "Online-Sofortangebote".
Das ist keine Zufälligkeit. Plattformen kommunizieren konsistent: online, schnell, transparent, ab sofort, ab einem Stück. Das ist eine kohärente Positionierung, die auf einen bestimmten Kundentyp ausgerichtet ist – einen, der standardisierbare Teile schnell, günstig und unkompliziert beschaffen will.
Klassische Fertiger erscheinen in den häufigsten Anzeigentexten nicht. "Qualität", "Erfahrung", "aus einer Hand" tauchen deutlich seltener auf.
Das hat eine praktische Konsequenz: Wer als klassischer Fertiger mit Plattform-Sprache wirbt – "online", "sofort", "ab 1 Stück" – tritt auf dem Terrain der Plattformen an. Das ist strukturell unvorteilhaft. Wer stattdessen kommuniziert, was Plattformen nicht liefern können – persönliche Beratung, Branchenwissen, Prozessexpertise, regionale Nähe und Verbindlichkeit – erreicht eine andere Zielgruppe. Eine, die Plattformen nicht bedienen.
Die Frage ist nicht, wie Sie einer Plattform-Anzeige ähnlicher werden können. Die Frage ist: Welche Kunden wollen Sie erreichen, die eine Plattform nicht erreicht – und was können Sie diesen Kunden konkret anbieten?
Der obere Anzeigenblock ist strukturell unterbesetzt
Eine Zahl aus dem Datensatz verdient besondere Aufmerksamkeit: 54% aller beobachteten Suchanfragen, bei denen überhaupt Werbung erschien, zeigten ausschließlich den unteren Anzeigeblock.
Zur Erklärung: Bei Google gibt es typischerweise zwei Bereiche für Werbeanzeigen. Der obere Block erscheint direkt über den normalen Suchergebnissen – das ist die sichtbarste, klickstärkste Position. Der untere Block erscheint nach den normalen Ergebnissen, wenn man nach unten scrollt. Er wird deutlich seltener gesehen und seltener geklickt.
Wenn also bei mehr als der Hälfte aller Suchen mit Werbung der obere Block leer oder unterbesetzt ist – dann bedeutet das: Wer bereit ist, für die obere Position zu bieten, trifft dort weniger Wettbewerb als erwartet.
Xometry hat das in den Daten erkennbar umgesetzt: einziger Anbieter im Datensatz mit einer typischen Anzeigenposition von 3,0 (im oberen Block), gegenüber 5,0 (im unteren Block) bei allen anderen Plattformen. 61 von 100 Suchanfragen in der oberen Position – gegenüber 33–44 von 100 bei den anderen. Diese Sichtbarkeit hat einen Preis. Aber der Wettbewerb in der oberen Position ist geringer als das Gesamtbild des Marktes vermuten lässt.
Bei mehr als der Hälfte der Suchanfragen mit Werbung ist der obere Anzeigenblock – die Position vor den normalen Suchergebnissen – leer oder unterbesetzt. Das ist die größte strukturelle Lücke im gesamten Datensatz.
Wer bereit ist, für die obere Position zu bieten, trifft dort in den meisten Lohnfertigungs-Nischen weniger Wettbewerb als erwartet. Das ist keine Garantie – aber es bedeutet, dass die sichtbarste Anzeigenposition nicht automatisch dem mit dem größten Budget gehört. Sie gehört dem, der gezielt dafür bietet.
Was über alle 13 Märkte hinweg gilt
Es gibt keine pauschale Antwort auf die Frage, ob sich Google-Werbung in der Lohnfertigung lohnt.
Die Antwort beginnt immer konkret: In welcher Nische? Mit welchem Verfahren? Wie ist dort die Wettbewerbsstruktur? Wer steht dort – und wer nicht?
Was über alle 13 analysierten Märkte hinweg gilt:
Ein strukturierter Ansatz – eine Seite pro Verfahren, ein Keyword-Set das zum Angebot passt, Computer-Fokus, Bürozeiten-Aussteuerung – schlägt den Ansatz, in möglichst viele Begriffe gleichzeitig zu investieren. In jedem der 13 analysierten Märkte.
Das notwendige Budget für eine ernsthafte Kampagne liegt zwischen 800 und 2.000 Euro pro Monat, je nach Nische. Weniger als das führt zu einem Setup, das zu dünn ist, um in 3–6 Monaten ausreichend Daten zu sammeln und sinnvoll weiterzuentwickeln.
Die Seite hinter der Anzeige ist in fast allen Fällen der größere Hebel als die Anzeige selbst.
Computer-Fokus und Bürozeiten-Targeting sind keine Feinheiten für Fortgeschrittene. Sie sind das Fundament, auf dem eine B2B-Kampagne steht.
Der beste Einstieg ist der, der zu Ihrem Verfahren passt – nicht der, der irgendwo günstig klingt.
Nächste Schritte:
Lesen Sie den Report für das Verfahren, das Sie anbieten. Jede der 13 Nischen-Kacheln oben verlinkt auf die vollständige Analyse – mit den konkreten Zahlen, dem tatsächlichen Wettbewerbsumfeld und einer Einschätzung, unter welchen Bedingungen ein Einstieg sinnvoll ist.
Häufige Fragen
Lohnt sich Google Ads für Lohnfertigungs-Unternehmen generell?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Antwort hängt vom konkreten Fertigungsverfahren ab, von der Wettbewerbssituation in der jeweiligen Nische und davon, wie gut die Grundlagen umgesetzt werden. In allen 13 analysierten Märkten gibt es Lücken. Ob sich das für einen konkreten Anbieter nutzen lässt, hängt von Nische, Aufstellung und Budget ab.
Welche Google-Ads-Nische in der Lohnfertigung eignet sich am ehesten für einen Einstieg?
Lohnfertigung allgemein, Druckguss, Kunststofffräsen und Edelstahlfräsen zeigen im Datensatz die günstigsten Einstiegsbedingungen: vergleichsweise niedrige Klickpreise, weniger aggressiver Wettbewerb, realistische Positionen für strukturiert aufgestellte Neueinsteiger. Das bedeutet nicht, dass diese Märkte einfach sind. Aber die Hürde ist niedriger als in Drehteile oder Laserschneiden.
Können klassische Fertiger mit den großen Plattformen bei Google konkurrieren?
In bestimmten Nischen ja – und das zeigen die Daten deutlich. Druckguss, Spritzgießen und Baugruppenmontage sind Bereiche, in denen klassische Fertiger die Plattformen überflügeln oder gleichziehen. Der entscheidende Faktor ist nicht das Budget. Es ist die Positionierung: Wer das kommuniziert, was Plattformen strukturell nicht liefern können – Branchenexpertise, persönliche Beratung, prozesstiefes Knowhow – spricht eine Zielgruppe an, die Plattformen nicht bedienen.
Was kostet Google-Werbung für Lohnfertigungs-Dienstleister?
Die Klickpreise im Datensatz liegen zwischen 2,83 Euro (günstigste Nischen) und 43 Euro (Spitze bei Drehteilen). Ein realistisches Budget für eine ernsthafte Kampagne liegt zwischen 800 und 2.000 Euro pro Monat, je nach Nische. Weniger als das führt in den meisten analysierten Märkten zu einer zu geringen Datenbasis für sinnvolle Weiterentwicklung.
Warum schalten Plattformen so viel mehr Werbung auf Computern als klassische Fertiger?
Die Daten zeigen, dass Plattformen 77–100% ihrer Anzeigen auf Computern ausspielen. Bei vielen klassischen Fertigern ist der Mobile-Anteil deutlich höher – teils dominierend. Das ist nicht zwingend eine bewusste Strategieentscheidung. Google Ads spielt standardmäßig auf alle Geräte aus. Die Computer-Fokussierung der Plattformen ist eine aktive Konfigurationsentscheidung, die dem B2B-Entscheidungskontext entspricht: Beschaffungsentscheidungen in der Industrie fallen am Desktop.
Was ist der obere Anzeigenblock – und warum ist er wichtig?
Bei Google-Suchen gibt es typischerweise zwei Bereiche für Werbeanzeigen: oben auf der Seite, direkt vor den normalen Suchergebnissen – und unten, danach. Der obere Block ist deutlich sichtbarer und wird häufiger geklickt. Die Analyse zeigt: Bei 54% aller beobachteten Suchanfragen mit Werbung war nur der untere Block belegt. Die begehrtere Position war in mehr als der Hälfte der Fälle nicht vollständig besetzt – was bedeutet, dass der Wettbewerb für die obere Position geringer ist, als das Gesamtbild des Marktes vermuten lässt.