Kernzahlen: Google Ads für Lohnfertigung 2026
| Suchanfragen pro Monat im Cluster | 1.400 (3 Keywords) |
|---|---|
| Klickpreis (CPC) | 2,83–7,41 € |
| Kosten je qualifizierter Anfrage (rechnerisch) | 200–500 € |
| Werbetreibende im Datensatz | 10 |
| Faktisch relevante Wettbewerber | 3 |
| Sichtbarster Anbieter | synermont.com |
| Datenbasis | 2.428 Stichproben, Frühjahr 2026 |
Quelle: Matthias Kirchner, Google-Ads-Marktreport 2026: Lohnfertigung, mkirchner.de, Frühjahr 2026.
Zusammenfassung
- Marktbild: Zehn Werbetreibende mit mindestens 3 % Sichtbarkeit, aber nur drei davon prägen das Bild wirklich: Synermont (42 %), LASCO (35 %) und Facturee (21 %). Mindestens drei weitere sind erkennbar fehlplatziert – der reale Wettbewerb ist dünner, als er auf den ersten Blick wirkt.
- Marktstruktur: Zwei Plattformen (Facturee, Xometry) fast nur auf Desktop sichtbar, klassische Anbieter fast nur auf Mobile. Der Device-Markt ist faktisch zweigeteilt. Alle Top-Player schalten ganztägig – keine zeitlichen Lücken.
- Anzeigenbild: Stark austauschbar. Eigenmarken-Branding, generische Keyword-Wiederholung, ISO 9001 und „alles aus einer Hand" dominieren. Kaum Differenzierung über Verfahren, Branchen oder konkrete Anwendungsfälle.
- Kernaussage: Für die meisten Fertigungsbetriebe ist dieses Keyword zu breit. Wer nur einen engen Teilbereich der Lohnfertigung abdeckt, sollte auf die spezifischeren Unterthemen ausweichen – dort passt die Suchintention besser zum eigenen Angebot.
Datenbasis dieses Reports
Die Daten stammen aus meinem eigenen Analysewerkzeug: Ein Tool, das regelmäßig Suchanfragen bei Google stellt und für jeden Zeitpunkt festhält, wer wirbt, an welcher Position und mit welchen Anzeigentexten.
Beobachtungszeitraum: 13. Februar 2026 bis 5. März 2026. Standort: Deutschland als Suchort, inkl. aller deutschlandweiten Anbieter, die in diesem Gebiet ausgespielt werden. Geräte: Desktop und Mobile. Datenmenge: 2.428 ausgewertete Stichproben.
Wichtig: Das ist ein sehr gutes Abbild der Realität, aber keine offiziellen „Google-Zahlen" (die gibt es nicht). Es geht um Muster und Größenordnungen, nicht um Nachkommastellen.
Markt auf einen Blick: Wer wirbt auf Lohnfertigung?
Für Lohnfertigung relevante Keywords
| Keyword | Suchvolumen / Monat | Klickpreis (CPC €/Klick) |
|---|---|---|
| Lohnfertigung | 880 | 7,41 |
| Auftragsfertigung | 260 | 2,83 |
| Lohnfertiger | 260 | 4,54 |
Das Cluster besteht aus drei Keywords mit insgesamt 1.400 monatlichen Suchen. „Lohnfertigung" allein macht 63 % davon aus – das ist das dominante Einstiegskeyword. „Auftragsfertigung" und „Lohnfertiger" sind semantisch eng verwandt und beschreiben denselben Bedarf aus leicht anderen Perspektiven.
Die CPCs variieren stark: von 2,83 € für „Auftragsfertigung" bis 7,41 € für „Lohnfertigung". Das ist keine Kleinigkeit – wer nur auf das Hauptkeyword setzt, zahlt fast das Dreifache pro Klick gegenüber dem günstigsten Keyword im Cluster. Alle drei Keywords sind klar B2B: kein Hobbybereich, keine informativen Suchanfragen, keine Vermischung mit Privatpersonen.
Wer dieses Cluster ernsthaft bespielen will, braucht realistisch 700–1.100 € monatliches Werbebudget, um auf mindestens 100–150 Klicks pro Monat zu kommen. Erst ab dieser Datenbasis lässt sich eine Kampagne sinnvoll auswerten und weiterentwickeln. Mit weniger Budget sammelt man zu langsam Erkenntnisse – und optimiert ins Leere.
Nicht betrachtet wurden die spezifischeren Unterthemen wie „CNC Lohnfertigung", „Lohnschweißen" oder „Blechbearbeitung". Diese Keywords sind Gegenstand eigener Reports – etwa des Marktreports zum Fräsen, des Marktreports zum Lohnschweißen oder des Marktreports zum Laserschneiden. Wer nur einen Teilbereich abdeckt, findet dort die passenderen Einstiegspunkte.
Top-Werbetreibende bei Google Ads
| Domain | Vorkommensquote [%] | Zeitfenster | Medianposition | Device-Verteilung |
|---|---|---|---|---|
| synermont.com | 42,0 | ⚖️ | 3,3 | 8 % |
| lasco.at | 35,0 | ⚖️ | 2,0 | 14 % |
| facturee.de | 21,0 | ⚖️ | 5,0 | 98 % |
| hosokawamicron.de | 14,0 | ⚖️ | 3,0 | 23 % |
| lufapak.de | 8,0 | ⚖️ | 4,0 | 13 % |
| xometry.eu | 8,0 | 🕐 | 3,0 | 90 % |
| ruwmaschinenbau.de | 7,0 | ⚖️ | 5,0 | 2 % |
| part.solutions | 6,0 | ⚖️ | 2,5 | 12 % |
| lohnfertigung.hydac.com | 5,0 | ⚖️ | 4,5 | 7 % |
| e-h.ch | 3,0 | 🚫 | 4,0 | 13 % |
Zeitfenster: Gibt an, ob die Anzeigen rund um die Uhr ⚖️, zu typischen Bürozeiten 🕒, oder nur Nachts 🌙 zu sehen waren. 🚫 bedeutet, dass nicht ausreichend Daten vorliegen, um das Zeitfenster zu bewerten.
Vorkommensquote: Ist ein Maß für die Präsenz des Werbetreibenden in den Google Anzeigen. Je mehr, desto aggressiver wirbt er.
Beispiel: 25 % bedeutet, dass dieser Werbetreibende in 25% aller Stichproben mit einer Anzeige vertreten war.
Medianposition: Ist ein Maß, wie weit oben auf der Google Ergebnisseite, die Anzeigen im Median zu sehen waren. Rang 1 ist ganz oben, Rang 8 ganz unten auf der Suchergebnisseite.
Device-Verteilung: Zeigt den Desktop-Anteil der gefundenen Anzeigen an. Desktop-Klicks sind tendenziell wertvoller für B2B als mobile.
Hinweis zur Position: Position 1–4 erscheinen oben auf der Suchergebnisseite – dort wo die meisten Klicks landen. Position 5–8 erscheinen unten, nach den organischen Ergebnissen. Zwischen oben und unten liegt ein realer Sichtbarkeitsbruch.
Sichtbarkeitsverteilung und Dominanzmuster
Die Sichtbarkeit in diesem Markt ist stark konzentriert – und gleichzeitig dünner, als sie auf den ersten Blick wirkt.
Synermont und LASCO teilen sich den oberen Bereich des Marktes. Synermont ist bei 42 von 100 Suchen sichtbar, LASCO bei 35 von 100. Das sind die einzigen beiden Werbetreibenden, die das Marktbild wirklich prägen. Facturee kommt als Plattform auf 21 von 100 Suchen – allerdings fast ausschließlich auf Desktop und typischerweise unten auf der Seite, nach den organischen Ergebnissen.
Ab Platz vier fällt die Sichtbarkeit steil ab. Und hier wird es interessant: Mehrere der verbleibenden Werbetreibenden sind offensichtlich falsch targetiert. Hosokawa Micron (bei 14 von 100 Suchen sichtbar) bietet Lohnmahlung und Pulvertechnologie an – das hat mit Lohnfertigung im klassischen Sinne nichts zu tun. Lufapak ist ein Fulfillment-Dienstleister für Verpackung und Logistik. RUW Maschinenbau bewirbt sich als „Fertigungspartner für die Schweiz", schaltet die Anzeige aber in Deutschland.
Das bedeutet: Drei von zehn sichtbaren Werbetreibenden haben in diesem Keyword nichts verloren. Ein Pulvermahlung-Spezialist, ein Fulfillment-Dienstleister und ein Schweizer Anbieter mit deutschem Targeting – alle drei verbrennen hier Budget, ohne es zu merken oder ohne dass es jemand korrigiert. Der reale Wettbewerb um qualifizierte Lohnfertigungs-Anfragen liegt eher bei fünf bis sechs Anbietern – und davon sind nur drei wirklich regelmäßig da.
Das ist auch ein Signal für den Markt selbst: Hier wird offensichtlich wenig aktiv optimiert. Wer sein Targeting sauber aufsetzt und regelmäßig prüft, welche Suchanfragen die Anzeigen tatsächlich auslösen, sticht in diesem Feld sofort heraus – allein durch Grundlagen, die andere nicht machen.
Beim Zeitfenster zeigt sich kaum Differenzierung: Fast alle schalten ganztägig. Einzige Ausnahme ist Xometry, die nur zu Bürozeiten werben. Es gibt also keine nennenswerten zeitlichen Lücken im Markt.
Auffällig ist dagegen die Device-Verteilung. Synermont und LASCO sind fast ausschließlich auf Mobile sichtbar (92 % bzw. 86 % Mobile-Anteil). Facturee und Xometry dagegen fast nur auf Desktop (98 % bzw. 90 %). Der Markt ist nach Gerät faktisch zweigeteilt: Auf dem Smartphone sieht man andere Anbieter als am Rechner.
Zwei Plattformen sind im Feld aktiv: Facturee und Xometry. Beide setzen primär auf Desktop. Klassische Anbieter dominieren dagegen Mobile. Aus Sicht eines Suchenden, der am Rechner sitzt – also dem typischen B2B-Einkäufer – ist Facturee die einzige Plattform mit nennenswerter Präsenz. Und die sitzt unten auf der Seite.
Was das für Ihren Einstieg heißt:
Dieser Markt ist nicht überfüllt. Er wirkt auf den ersten Blick besetzt, aber wer genauer hinschaut, sieht: Echte Konkurrenz kommt von zwei bis drei Anbietern. Der Rest ist entweder zu klein oder falsch platziert. Die Frage ist nicht, ob man hier sichtbar werden kann – sondern ob das eigene Angebot breit genug ist, um von der Sichtbarkeit auch zu profitieren.
Die Device-Zweiteilung hat eine direkte Konsequenz für die Kampagnenplanung: Auf Desktop ist der obere Anzeigenblock praktisch leer – die klassischen Anbieter sind dort kaum präsent, Facturee sitzt unten. Wer gezielt Desktop bespielt, trifft auf den typischen B2B-Einkäufer am Rechner – und hat dort weniger Konkurrenz als auf Mobile. Das ist kein Automatismus, aber ein Ansatzpunkt, der sich testen lässt.
Wie wird für Lohnfertigung geworben?
Inhaltliche Kategorien in den Anzeigen
Das Anzeigenbild in diesem Markt zerfällt in fünf wiederkehrende Muster.
Eigenmarke als Headline. Synermont und LASCO setzen ihren Firmennamen direkt in die Anzeigentitel. „Synermont Lohnfertigung" macht allein 13,5 % aller Headline-Bausteine aus, „LASCO Lohnfertigung" weitere 6,7 %. Das ist eine Branding-Strategie: Wer den Namen noch nicht kennt, soll ihn sich merken. Wer ihn kennt, soll klicken.
Generische Keyword-Wiederholung. Ein großer Teil der Anzeigen wiederholt schlicht das Keyword: „Lohnfertigung", „Auftragsfertigung", „Ihr Lohnfertiger". Keine Differenzierung, keine konkrete Aussage. Die implizite Botschaft: „Wir sind da." Mehr nicht.
Qualität und Zertifikate. ISO 9001 taucht prominent in den Descriptions auf. „Lohnfertigung mit Qualität" macht 4,5 % der Headlines aus. Das ist ein Hygienefaktor – es sagt etwas über Mindeststandards, aber nichts darüber, warum ein Suchender ausgerechnet hier anfragen sollte.
Plattform-Logik. Facturee und Xometry setzen auf digitale Versprechen: „Ihre Teile in 3 Schritten", „CNC-Dreh- und Frästeile online", „Dein CNC-Teil in Rekordzeit". Die Botschaft: Schnell, einfach, digital. Allerdings sprechen beide primär den CNC-Bereich an – nicht die volle Breite der Lohnfertigung.
Breite und „alles aus einer Hand". Einige Anzeigen betonen, dass sie das gesamte Spektrum abdecken können. „Alle Ihre Teile aus einer Hand", „CNC-Fertigung aus einer Hand". Das klingt nach Bequemlichkeit. Die Frage ist, ob der Suchende dieser Aussage glaubt – oder ob sie genauso austauschbar klingt wie der Rest.
In den Descriptions dominiert Synermont mit einem Block zu Komplettlösungen, ISO 9001, Montage in Ungarn und Kosteneffizienz. LASCO betont CNC-Fräsen, Industriefertigung und Kleinserien. Facturee setzt auf „Revolution", Sofort-Angebote und „über 2.000 Partner". Hosokawa Micron bewirbt Lohnmahlung, Strahlmahlung und Cryogenmahlung – ein komplett anderes Themenfeld, das im Anzeigenbild für Verwirrung sorgt.
Was der Kunde sieht, wenn er sucht
Ein Geschäftsführer, der „Lohnfertigung" in Google eintippt, sieht Folgendes: Zwei Firmennamen, die ihm wahrscheinlich nichts sagen. Dazwischen generische Versprechen – Qualität, ISO, alles aus einer Hand. Eine Plattform, die CNC-Teile bewirbt. Und mehrere Anzeigen, die offensichtlich nicht zum Suchbegriff passen – Pulvermahlung, Fulfillment, Verpackung.
Das Gesamtbild ist diffus. Die Anzeigen helfen dem Suchenden kaum, den richtigen Anbieter für seinen konkreten Bedarf zu finden. Fast niemand spricht über konkrete Verfahren, Branchen oder spezifische Anwendungsfälle. Fast niemand erklärt, für wen das eigene Angebot gedacht ist – und für wen nicht.
Wer „Lohnfertigung" sucht, sieht ein Marktbild, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Die Anzeigen konkurrieren um Aufmerksamkeit, ohne dem Suchenden eine echte Orientierung zu geben.
Wenn alle mit denselben Begriffen werben – Qualität, schnell, aus einer Hand – entscheidet am Ende nicht die Botschaft über den Klick, sondern die Position. Und Position ist eine Frage des Budgets, nicht der Differenzierung.
Plattformen und klassische Fertiger sind aus Sicht des Suchenden kaum unterscheidbar. Beide werben mit ähnlichen Versprechen. Der Unterschied liegt im Geschäftsmodell dahinter – aber das sieht der Suchende nicht.
Die Konsequenz für Ihre Anzeigentexte:
Wenn Ihre Anzeige genauso klingt wie alle anderen – Qualität, schnell, aus einer Hand – dann landen Sie automatisch in einem Vergleichsfeld, in dem nur der Preis und die Position zählen. Wenn Sie dagegen konkret sagen, was Sie fertigen, für welche Branchen und in welchen Losgrößen, fallen Sie aus diesem Einheitsbrei sofort raus. Die Differenzierung ist hier einfach – weil sie niemand betreibt.
Konsequenzen für Werbetreibende, die über Lohnfertigung Leads holen wollen
Marktumfeld und Rolle des Keywords
„Lohnfertigung" ist kein Keyword. Es ist eine Kategorie.
Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition, was Lohnfertigung umfasst. Es kann Baugruppenmontage sein, Lohnschweißen, CNC-Fräsen, Druckguss, Spritzguss, Blechumformung, Kunststofffräsen – oder alles zusammen. Wer „Lohnfertigung" in Google eingibt, sucht nach irgendeiner Form von externer Fertigung. Was genau, weiß man erst nach dem Klick.
Das macht dieses Keyword zur gröbsten Targetierung, die es in diesem Feld gibt.
Was dafür spricht, es trotzdem zu bespielen:
Der Wettbewerb ist überschaubar. Nur drei Anbieter sind regelmäßig sichtbar, mehrere der übrigen sind erkennbar fehlplatziert. Wer breit aufgestellt ist, findet hier Platz – besonders auf Desktop, wo oberhalb der organischen Ergebnisse kaum jemand regelmäßig sichtbar ist. Das Keyword hat mit 880 Suchen pro Monat ein solides Volumen, und die ergänzenden Keywords „Auftragsfertigung" (260) und „Lohnfertiger" (260) erweitern das Cluster auf insgesamt 1.400 monatliche Suchen.
Die beiden sichtbarsten Werbetreibenden – Synermont und LASCO – sind genau die Art von Unternehmen, für die dieses Keyword funktioniert: breites Fertigungsspektrum, Komplettlösungen, verlängerte Werkbank.
Was dagegen spricht:
Für die meisten Fertigungsbetriebe ist dieses Keyword zu breit. Ein Unternehmen, das nur CNC-Drehteile fertigt, wird hier Anfragen für Baugruppenmontage, Schweißkonstruktionen und Blechumformung bekommen. Diese Anfragen kosten Geld – bei einem CPC (Klickpreis) von 7,41 € für das Hauptkeyword – und bringen keinen Auftrag.
Wer nur einen Teilbereich der Lohnfertigung abdeckt, sollte nicht hier starten. Der sinnvollere Einstieg liegt bei den spezifischen Keywords – dort, wo die eigene Leistung mit der Suchintention zusammenpasst.
Das ist keine Frage des Budgets oder des Muts. Es ist Mathematik: Wenn 80 % der Anfragen nicht zum eigenen Angebot passen, muss jede fünfte Anfrage die Kosten für alle fünf tragen.
Die Schwelle, an der sich das entscheidet:
Bevor Sie dieses Keyword bespielen, stellen Sie sich eine einzige Frage: Kann mein Unternehmen mindestens die Hälfte der Anfragen, die über „Lohnfertigung" reinkommen, fachlich bedienen? Das ist der Schwellenwert, ab dem die Rechnung überhaupt eine Chance hat aufzugehen. Wenn ja, ist das Feld offen genug für einen Test. Wenn nein, sparen Sie sich das Budget und gehen direkt auf die Keywords, die Ihren Leistungsbereich beschreiben.
Wettbewerb um Aufmerksamkeit
Die meisten Anzeigen in diesem Markt sagen dasselbe: Qualität, ISO, schnell, alles aus einer Hand. Kaum jemand spricht über konkrete Verfahren, Branchen oder spezifische Stärken.
Wo sich Differenzierung anbietet:
Es gibt eine ganze Reihe von Themen, die im Anzeigenbild praktisch nicht vorkommen – obwohl sie für einen Entscheider relevant wären. Branchenfokus zum Beispiel: Wer sagt, dass er Teile für den Maschinenbau, die Medizintechnik oder die Automobilindustrie fertigt, hebt sich sofort ab. Material- und Verfahrensspezifika sind ebenfalls kaum vertreten. Und das Thema Zusammenarbeit – persönlicher Ansprechpartner, kurze Wege, Prozesssicherheit – taucht in den Anzeigen fast nicht auf.
Das sind keine exotischen Differenzierungsmerkmale. Das sind die Dinge, nach denen ein technischer Einkäufer tatsächlich entscheidet.
Was passiert, wenn man es nicht tut:
Wer den gleichen generischen Stil übernimmt wie alle anderen, landet im direkten Preisvergleich. Die Anzeige klingt wie die daneben. Der Klick wird zur Commodity. Und in einem Feld, in dem Plattformen wie Facturee mit „über 2.000 Partner" und „Sofort-Angebote" werben, kann ein Mittelständler das Breitversprechen nicht glaubwürdiger verkaufen als die Plattform.
Wer wie eine Plattform klingt, verliert gegen die Plattform. Wer wie ein Spezialist klingt, gewinnt die Anfrage, die wirklich passt.
Wo Ihre Zeit hier am meisten bringt:
Wenn Sie hier einsteigen, investieren Sie mehr Zeit in die Anzeigentexte als ins Budget. In einem Markt, in dem niemand differenziert, reicht eine einzige klare Aussage – „Wir fertigen Präzisionsteile für den Maschinenbau" – um aus der Masse rauszufallen. Die Hürde ist nicht hoch. Aber die meisten steigen trotzdem drüber.
Anforderungen und Stolpersteine auf Seiten der Werbetreibenden
Dieses Keyword stellt besondere Anforderungen an das Setup – nicht weil der Wettbewerb so hart ist, sondern weil die Suchintention so breit ist.
Was das Angebot mitbringen muss:
Ein breites Fertigungsspektrum. Mindestens mehrere Kernverfahren (z.B. Fräsen, Drehen, Schweißen, Baugruppenmontage). Dazu klare Grenzen: Welche Projekte nimmt man an, welche nicht? Wer hier wirbt, ohne diese Grenzen definiert zu haben, wird mit jeder Anfrage von vorne anfangen – und die meisten ablehnen müssen.
Was das Setup mitbringen muss:
Conversion-Tracking ist bei einem CPC von 7,41 € keine Option, sondern Pflicht. Ohne sauberes Tracking bleibt unsichtbar, welche Keywords und welche Anzeigentexte tatsächlich qualifizierte Anfragen bringen. Die Landingpage muss konkret zeigen, was gefertigt wird – Verfahren, Materialien, Losgrößen. Eine Seite, die nur „Lohnfertigung" wiederholt, wird den Besucher nicht überzeugen.
Negative Keywords sind hier besonders wichtig. Die Daten zeigen, dass Begriffe wie Lohnmahlung, Fulfillment und Verpackung im selben Keyword-Umfeld auftauchen. Wer diese nicht aktiv ausschließt, zahlt für Klicks, die von vornherein nicht passen.
Was der Lead-Prozess mitbringen muss:
Bei einem Keyword dieser Breite wird ein erheblicher Teil der eingehenden Anfragen nicht zum eigenen Angebot passen. Das ist kein Bug – das ist die Natur des Keywords. Der Vertrieb muss darauf vorbereitet sein: schnelle Erstqualifizierung, klarer Prozess für Absagen, Kapazität für eine hohe Ausschussquote.
Wenn diese Grundlagen stehen:
Ein Unternehmen mit breitem Fertigungsspektrum, sauberem Tracking und einem strukturierten Lead-Prozess kann in diesem Markt mit überschaubarem Wettbewerb starten. Die Fehlplatzierungen im Feld zeigen: Viele Werbetreibende machen es schlecht. Wer es auch nur halbwegs sauber aufsetzt, hat einen Vorteil.
Wenn diese Grundlagen fehlen:
Ohne saubere Qualifizierung versandet ein großer Teil des Budgets in Anfragen, die nie zu einem Auftrag werden. Ohne fokussierte Landingpage landet teurer Traffic auf einer generischen Seite. Ohne Tracking lernt Google nie, welche Nutzer wirklich wertvoll sind – und das System optimiert ins Leere.
Die größte Einstiegshürde bei diesem Keyword ist nicht der Wettbewerb. Es ist die Frage, ob das eigene Unternehmen breit genug aufgestellt ist, um von der Breite des Keywords zu profitieren statt daran zu verbrennen.
Der Kennwert, an dem Sie es festmachen können:
Prüfen Sie ehrlich, wie viel Prozent der Anfragen, die über „Lohnfertigung" reinkommen, Sie tatsächlich bedienen können. Wenn es unter 50 % liegt, ist das Keyword zu breit für Sie. Nicht weil Sie es nicht könnten – sondern weil die Rechnung nicht aufgeht.
Spannungsbild: Unter welchen Bedingungen kann sich Werbung auf Lohnfertigung lohnen?
Ein aktiver Einstieg über dieses Keyword ist eher sinnvoll, wenn:
- Das Unternehmen ein breites Fertigungsspektrum abdeckt – mehrere Verfahren, verschiedene Materialien, Einzel- bis Serienfertigung
- Ein klarer Lead-Qualifizierungsprozess existiert, der mit einer hohen Ausschussquote umgehen kann
- Eine Landingpage vorhanden ist, die konkret zeigt, was gefertigt wird – nicht nur „Lohnfertigung" als Überschrift
- Testbudget verfügbar ist, das nicht nach 30 Tagen Ergebnisse liefern muss
- Das Unternehmen bereit ist, nach den ersten Wochen rigoros auszuwerten, welche Anfragen passen und welche nicht
Es ist sinnvoll, vorsichtig zu sein oder besser auf Unterthemen auszuweichen, wenn:
- Nur ein enger Teilbereich der Lohnfertigung abgedeckt wird – z.B. ausschließlich Drehteile, ausschließlich Kunststofffräsen
- Kein Prozess existiert, um eingehende Anfragen schnell zu qualifizieren und unpassende zügig abzulehnen
- Die Landingpage generisch bleibt und dem Besucher nicht in zehn Sekunden zeigt, was konkret gefertigt wird
- Das Budget zu klein ist, um die unvermeidliche Streuverlust-Phase am Anfang durchzustehen
- Intern keine Bereitschaft besteht, Anfragen konsequent auszuwerten und die Kampagne auf Basis dieser Daten anzupassen
Häufige Fragen
Lohnt sich Google Ads auf „Lohnfertigung" für einen spezialisierten Fertigungsbetrieb?
In den meisten Fällen nicht. Wer nur einen engen Teilbereich abdeckt – etwa CNC-Drehteile oder Kunststoffbearbeitung – wird die Mehrheit der eingehenden Anfragen nicht bedienen können. Die spezifischeren Keywords sind dann der sinnvollere Einstieg: „CNC Lohnfertigung", „Lohnschweißen", „Blechbearbeitung" oder was auch immer dem eigenen Leistungsspektrum entspricht. Für die meisten dieser Teilmärkte gibt es einen eigenen Marktreport.
Was kostet eine qualifizierte Anfrage über das Keyword Lohnfertigung?
Der CPC für „Lohnfertigung" liegt bei 7,41 €. Bei einer realistischen Conversion-Rate von 3–8 % auf der Landingpage ergibt das Kosten zwischen 93 € und 247 € pro Anfrage. Da die Suchintention extrem breit ist, wird ein erheblicher Teil dieser Anfragen nicht qualifiziert sein. Realistisch ist ein Korridor von 200–500 € pro tatsächlich qualifizierter B2B-Anfrage – abhängig von der eigenen Angebotsbreite und Landingpage-Qualität.
Warum sind im Bereich Lohnfertigung so viele Werbetreibende offensichtlich fehlplatziert?
Das ist bei breiten Oberbegriffen typisch. Ein Unternehmen, das Lohnmahlung anbietet, setzt „Lohnfertigung" als Keyword ein, weil es thematisch nah klingt. Ein Fulfillment-Dienstleister bucht „Lohnfertigung", weil er Lohnarbeit im weitesten Sinne anbietet. Das passiert, wenn Keyword-Strategien ohne Blick auf die tatsächliche Suchintention aufgesetzt werden – oder wenn niemand regelmäßig prüft, welche Suchanfragen die Anzeigen tatsächlich auslösen.
Ist der mobile Traffic bei Google Ads auf Lohnfertigung für B2B relevant?
Mobile dominiert dieses Keyword – die beiden sichtbarsten Werbetreibenden haben über 85 % Mobile-Anteil. Ob dieser Traffic für B2B wertvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. In manchen Branchen recherchieren Inhaber und Entscheider am Smartphone, weil sie tagsüber keine Zeit am Rechner haben. In anderen ist Desktop der eindeutig wertvollere Kanal. Das ist ein Punkt, der sich nur durch eigene Daten beantworten lässt – nicht durch Annahmen.
Was unterscheidet Plattformen von klassischen Lohnfertigern in den Google-Ads-Anzeigen?
Facturee und Xometry werben mit digitaler Logik: Sofort-Angebote, große Partnernetzwerke, Online-Bestellung. Klassische Fertiger wie Synermont und LASCO betonen Komplettlösungen und direkte Zusammenarbeit. In den Anzeigen verschwimmt dieser Unterschied allerdings – beide Seiten nutzen ähnliche Versprechen. Der Suchende sieht den Unterschied erst auf der Landingpage, wenn überhaupt.
So zitieren Sie diesen Report
Matthias Kirchner: „Google-Ads-Marktreport 2026: Lohnfertigung“, mkirchner.de, Frühjahr 2026. https://mkirchner.de/google-ads-marktreport-lohnfertigung-2026/
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